Geschichte der Feuerwehr Westerkappeln

 

Die Geschichte des Löschzugs Westerkappeln

Vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr bestand in Westerkappeln, wie in fast allen Städten und Gemeinden, eine Pflichtfeuerwehr.

Bereits 1877 wurde eine Freiwillige Feuerwehr in der Stadtgemeinde Westercappeln - damals noch mit "c" geschrieben - gegründet. Dazu hatten sich 67 Männer zu einer dafür angesetzten Versammlung am 27. August 1877 eingefunden und sich durch ihre Unterschrift verpflichtet der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten. Fünf Personen waren für das Entwerfen der Statuten der Feuerwehr verantwortlich. Die restliche Mannschaft der Wehr setzte sich wie folgt zusammen:

Vorstand 6 Personen
Spritzenmannschaft 38 Personen
Rettungsmannschaft 5 Personen
Bewachungsmannschaft 7 Personen
Ordnungsmannschaft 6 Personen


Chef der Feuerwehr war der Arzt Dr. Lammers. Die Feuerwehr von Westercappeln wurde damals vom Landrat zu Tecklenburg als Vorbild beschrieben. Jedoch wurde sie etwa Ende 1895 oder Anfang 1896 aufgelöst - das genaue Datum und der Grund sind leider nicht bekannt.

 

Durch freiwillige Gaben und Zuschüsse von Versicherungsgesellschaften, konnte schließlich am 1. Juli 1896 die Freiwillige Feuerwehr Westerkappeln ins Leben gerufen werden, welche bis heute noch besteht. Am Anfang zählte die Wehr 21 Mitglieder, die sich freiwillig in den "Dienst des Nächsten" gestellt haben und weitere 16 Mitglieder folgten innerhalb der nächsten drei Jahre. Chef der Feuerwehr wurde der Hauptmann Heinrich Echelmeyer, welcher die Wehr von 1896-1912 leitete. Die von der damaligen Amtsverwaltung verwalteten Spritzen und Geräte der früheren Feuerwehr wurden übernommen.

Nach Erzählungen - Aufzeichnungen sind nicht vorhanden - stand das erste Spritzenhaus in Westerkappeln an der heutigen Großen Straße. Im Jahre 1982 entstand auf diesem Grundstück die Filiale der Sparkasse. Das zweite Spritzenhaus befand sich ab 1794 an der Neustädter Straße.

Ab 1837 war auch erstmals die Rede von einem Spritzenhaus in Seeste, an der heutigen Bramscher Straße, welches Mitte der 30er Jahre verkauft und 1941 abgerissen wurde. Ebenfalls im Jahre 1837 erwarben die "Eingesessen der Bauernschaft Seeste" eine eigene Feuerspritze mit Kupferkessel. Spritzenhaus und die Spritze kosteten damals zusammen ca. 500 Reichstaler. 
Das in Westerkappeln befindliche Spritzenhaus musste 1936 abgerissen werden, da es im Laufe der Jahre sehr baufällig geworden war. Es fand schließlich seinen Standort an der Gartenstraße / Bullerteichstraße, wo am 24. Mai 1941 mit dem Bau begonnen wurde. Bereits im Herbst des Jahres konnte es bezogen werden.

Da zur Kriegszeit viele Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst herangezogen wurden, konnte der Brandschutz nicht mehr gewährleistet werden. Daraufhin mussten 40 Personen dienstverpflichtet und 52 Hitler-Jungen zum Feuerwehrdienst herangezogen, ausgebildet und im aktiven Dienst eingesetzt werden. Ebenso wurde ein Teil der Altersabteilung zum Wachschutz reaktiviert. Im November 1944 kam es zur Bildung einer Frauenlöschgruppe, welche aus 9 Frauen bestand und bei der Brandbekämpfung unterstützte.
Nach dem Krieg war es schwer, den Feuerwehrdienst wieder aufzunehmen, da die Wehr zunächst nur noch aus 10 Kameraden bestand. Da in unseren Archiven die Unterlagen aus diesen Tagen recht spärlich sind können wir über diese Zeit recht wenige Aussagen machen.

Schlauchtrockenturm und Steigerturm um 1938

In den vergangenen Jahren wurde am Feuerwehrgerätehaus viel Um- und Angebaut, um es den Bedürfnissen der Wehr anzupassen.
So wurde am 01. Januar 1980 ein Anbau für den Rettungsdienst errichtet, welcher Ende 1981 fertig war. Jedoch wurde die Rettungswache in Westerkappeln, aufgrund veränderter Situation, Ende 1985 wieder aufgelöst. Die Räumlichkeiten und die Fahrzeughalle wurden von der Feuerwehr übernommen.
Im Jahr 1988 wurde noch ein weiterer Hallenteil mit zwei Fahrzeugboxen angebaut. Später wurde das Dachgeschoss des Hallentraktes zum Aufenthalts- und Schulungsraum umgebaut.

Derzeit wird die Westerkappelner Feuerwehr vom Gemeindebrandinspektor Ingo Bünemann geführt. Der Löschzug Westerkappeln verfügt heute über einen Fuhrpark von folgenden Fahrzeugen: KdoW, ELW, MTF, TLF 2000, HLF 20, LF 20, LF 16-TS und GW-Logistik.

 

Die Geschichte des Löschzugs Velpe

1938 kam Amtsbürgermeister Wittkopp mit der Cappelner Wehr eines Abends nach Velpe, um in einer Werbeversammlung für die Feuerwehr zu werben. Es meldeten sich gleich 19 Freiwillige, so dass die Bildung eines Halbzuges sichergestellt wurde. Dazu schreibt das Protokollbuch der Westerkappelner Wehr:

Westerkappeln 10 Okt.1938
Der Führerstab bestehend aus dem Wehrführer Oberbrandmeister August Vohs den beiden Löschzugführer Brandmeister Hermann Hahn und Löschmeister Heinrich Pöhler sowie Schrift u. Kassenwart Wilhelm Klöpper verhandelten über die Nachgenanten als Anwärter aus Velpe:
Wilhelm Hollenberg, Gustaf Lindemann, Otto Lappkamp, Ernst Müller, Friedrich Alfing, August Amelingmeier, Gustav Buchsbaum, Albert Görtemöller, Wilhelm Lindemann, Karl Muter, Wilhelm Rahmeyer, Heinrich Schürkamp, Heinrich Wulf, Otto Amelingmeier, Friedrich Wehmeyer, August Wehmeyer, Walter Bäumer, Wilhelm Wortmann. Da über den vorgenannten dem Führerrat nichts nachteiliges bekannt ist, hat er gegen die Aufnahme keine Bedenken.


Somit ist, so steht an anderer Stelle, am 4.Okt.1938 der 3.Löschzug in Velpe aufgestellt worden. Mit der Führung beauftragt wurde Wilhelm Hollenberg sein Vertreter Otto Lamkamp.
Die Feuerwehrspritze war von 1939 - 1941 im Spritzenhaus auf dem Tieplatz untergebracht.

Als 1939 der Krieg ausbrach wurde der mit der Führung beauftragte Wilhelm Hollenberg sofort eingezogen, kurze Zeit später auch Otto Lappkamp. Dann übernahm Heinrich Wulf die Führung, die er bis zum Eintritt in den Ruhestand 1961 innehatte. Nachfolger wurde August Amelingmeyer, der den Löschzug bis 1972 führte. Er wurde von Wilhelm Unnewehr abgelöst, der bis 1993 das Amt des Löschzugführers ausübte. Seit 1993 steht Brandinspektor Jürgen Stalljohann an der Spitze des Löschzugs.

Velper Gerätehaus von 1984

1941 hatte schon Otto Amelingmeyer eine Garage für die Wehr errichtet. Da ein Aufbewahrungsraum für Kleidungsstücke nicht vorhanden war, musste sie bald vergrößert werden. Ein weiterer größerer Umbau wurde 1978 zum 40.Geburtstag des Löschzugs von der Familie Amelingmeyer-Wermeier durchgeführt, und von der Gemeinde langfristig angemietet. Zum 50. Jubiläum wurde es um eine Garage erweitert. 1996 entschied sich die Gemeinde für ein neues Grätehaus für den Löschzug Velpe, welches dann in der Nähe der evangelischen Kirche Hambüren gebaut wurde.


In den vergangenen 70 Jahre wurden Ausrüstung und Fahrzeuge stetig modernisiert und erneuert, so dass der Löschzug heute über ein MTF, LF 10 und ein TLF 3000 verfügt.