Atemschutz

 

Bei fast jedem Brandeinsatz heutzutage müssen sich Feuerwehrleute mit Atemschutz ausrüsten. Die zunehmend giftigen Stoffe, die von verbrennendem Kunststoff und anderem freigesetzt werden, zwingen die Feuerwehr dazu um sich selbst vor dem gefährlichen Brandrauch und den Atemgiften zu schützen.

 

Meistens werden dafür Umluft unabhängige Atemschutzgeräte verwendet. Dieses sind sogenannte Pressluftatmer (PA). Sie bestehen aus der Trägerplatte mit Beckengurt, die sich wie ein Rucksack aufgesetzt werden kann und der darauf befestigten Atemluftflasche. Heute gibt es mehrere verschiedene Typen von Atemschutzgeräten. Doch egal ob nun ein 1-Flaschen-Gerät mit einer 6 Liter Flasche (300 bar Druck) oder einem 2-Flaschen-Gerät mit 2x 4 Liter Flaschen (je 200 bar Druck), mit beiden Gerätetypen können die Einsatzkräfte ca. 30 Minuten im Gefahrenbereich arbeiten evtl. sogar noch etwas länger, je nachdem wie anstrengend die zu verrichtenden Arbeiten ausfallen. Denn je körperlich anstrengender die Arbeiten sind, desto größer ist der Luftverbrauch und somit der Luftvorrat (1600 Liter) aufgebraucht.

 

 

Die Maske ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Atemschutzausrüstung. Nur mit ihr lässt sich ein Atemschutzgerät (PA) verwenden. Dazu wird der Luftschlauch mit Schraubkopf - auch Lungenautomat genannt - der von dem Gerät zur Maske führt, mit der Maske verschraubt. Erst jetzt kann die Luft aus der Flasche eingeatmet werden. Dabei gelangt jedoch die frische kühle Luft nicht direkt zu den oberen Atemwegen, sondern sie macht vorher förmlich einen kleinen "Umweg" über die Innenmaske. Dieses sorgt dafür, dass die Sichtscheibe nicht beschlagen kann und nebenbei auch das Gesicht ein wenig gekühlt wird.

 

 

Bei Arbeiten im Außenbereich von Gebäuden, der jedoch verqualmt ist, werden dagegen oftmals Filter verwendet um sich vor dem Brandrauch zu schützen. Dazu wird der Filter einfach vor die Maske geschraubt. Verschiedene Membranen und Schichten aus Aktivkohle etc. reinigen die eingezogene Luft von den Schadstoffen.
Im Gegensatz zu den PA dürfen Filter nur außerhalb von Gebäuden und oberhalb der Erdoberfläche verwendet werden, da sonst die Gefahr des Sauerstoffmangels (O₂ < 17 Vol.%) auftreten kann. Für alle anderen Situationen muss auf die Umluft unabhängigen Geräte zurückgegriffen werden. Wenn eine Situation nicht eindeutig eingeschätzt werden kann, wird aus Sicherheitsgründen immer das Atemschutzgerät (PA) dem Filter vorgezogen.

 

 

Doch nicht nur die Einsatzkräfte müssen vor den Rauchgasen geschützt werden. Auch Personen die während eines Einsatzes durch einen stark verrauchten Bereich geführt werden müssen, z.B. durch ein Treppenhaus, während der Lösch- und Rettungsarbeiten bei einem Brand, gilt es ebenso zu schützen wie die eigenen Einsatzkräfte. Dieses geschieht mittels Fluchthauben. Sie hat einen eingebauten Filter und wird mithilfe einer einfachen Bebänderung gegen Verrutschen gesichert. Somit ist sie schnell angelegt und ermöglicht ein schnelles aber gefahrloses Durchqueren des Rauchbereichs ohne die Rauchgase einzuatmen.

 

 

 

 

Rettungstasche

Die Feuerwehr Westerkappeln verfügt über zwei Rettungstaschen - eine beim Löschzug Velpe und eine beim Löschzug Westerkappeln. Sie dient der Eigensicherung der vorgehenden Atemschutz-Trupps und ist daher dem Sicherungs-Trupp vorbehalten. In ihr befindet sich folgende Ausrüstung:

 

- 1x Atemschutzgerät mit extra langem Lungenautomat
- 1x Atemschutzmaske
- 1x Fluchthaube
- 1x Bergetuch
- 2x dünne Bandschlingen (gelb)
- 2x dicke Bandschlingen (grau)

Zusätzlich gehört noch eine Feuerwehraxt mit zur Ausrüstung.

 

Mit Hilfe dieser Materialien kann der Sicherungs-Trupp im Ernstfall eine schnelle Rettung der verunglückten Kameraden durchführen.